Geschichten besser erzählen: Den richtigen Erzähler finden mit der Erzähltheorie von Genette

Ohne Erzäh­ler gibt es kei­ne Erzäh­lung. Und ein unpas­sen­der Erzäh­ler kann selbst die bes­te Geschich­te zer­stö­ren. Wenn man ein eige­nes Buch schreibt, muss man sich also genau über­le­gen, wel­chen Erzäh­ler man wählt. In die­sem Arti­kel erklä­re ich, wie ich die Erzähl­theo­rie von Genet­te (Modus und Stim­me) für mich selbst abwand­le: Aus einem rei­nen Ana­ly­se­werk­zeug ent­ste­hen vier Fra­gen, die mir hel­fen, den rich­ti­gen Erzäh­ler für mei­ne Geschich­ten zu finden.

Geschichten besser erzählen: Den richtigen Erzähler finden mit dem Typenkreis von Stanzel

Ein unpas­sen­der Erzäh­ler kann selbst die bes­te Geschich­te zer­stö­ren. Wer ein eige­nes Buch schreibt, muss den Erzäh­ler also sorg­fäl­tig aus­wäh­len. Ich selbst fin­de dabei erzähl­wis­sen­schaft­li­che Model­le sehr hilf­reich. Und in die­sem Arti­kel erklä­re ich, wie ich den Typen­kreis von Stan­zel, das bekann­tes­te Modell, für mich selbst abwand­le: Aus einem rei­nen Ana­ly­se­werk­zeug ent­ste­hen drei Fra­gen, die mir hel­fen, den rich­ti­gen Erzäh­ler für mei­ne Geschich­ten zu finden.

„Fifty Shades of Grey“ von E. L. James

Es ist der Traum eines jeden Autors: Einen Roman schrei­ben und sofort einen Best­sel­ler lan­den. E. L. James ist es mit ihrer Fif­ty Shades-Tri­lo­gie durch­aus gelun­gen. Die Bücher sind aus künst­le­ri­scher Sicht frei­lich alles ande­re als zufrie­den­stel­lend. Aber ihr Erfolg bedeu­tet, dass man von Fif­ty Shades of Grey auch etwas ler­nen kann. Zum Bei­spiel, mit wel­cher Erzähl­per­spek­ti­ve man höchst inten­siv Gefüh­le rüber­brin­gen kann …

„Die Nacht von Lissabon“ von Erich Maria Remarque

Was kann eigent­lich ein Ich-Erzäh­ler? In „Die Nacht von Lis­sa­bon“ hat Remar­que gleich zwei davon inein­an­der ver­schach­telt. Weil die­se Ent­schei­dung stark mit der zen­tra­len Meta­pher des Romans ver­knüpft ist, trägt die Erzähl­per­spek­ti­ve hier zur Bot­schaft des Romans bei. Damit gehört Remar­que klar zu den Grö­ßen, von denen man vir­tuo­ses Erzäh­len ler­nen kann und muss. Denn bes­ser schrei­ben ler­nen tut man am bes­ten, indem man den Meis­tern über die Schul­ter schaut …

Ich-Erzähler: erzählendes und erzähltes Ich

Ein Ich-Erzäh­ler ist nicht gleich Ich-Erzäh­ler. Am wich­tigs­ten ist dabei die Unter­schei­dung zwi­schen dem erzäh­len­den Ich und dem erzähl­ten Ich. In die­sem Arti­kel geht es in die Untie­fen der erzäh­le­ri­schen Mit­tel und um den Unter­schied zwi­schen den bei­den „Ichs“.

„Der Herr der Ringe“ von J. R. R. Tolkien

War­um fühlt sich Tol­ki­ens Herr der Rin­ge wie eine rich­ti­ge Legen­de an? Die Erzähl­per­spek­ti­ve spielt hier eine wich­ti­ge Rol­le. In die­sem Arti­kel ana­ly­sie­re ich die Mut­ter aller High-Fan­ta­sy-Sagas unter Zuhil­fe­nah­me der Model­le von Stan­zel und Genet­te. Der geneig­te Leser ist herz­lich ein­ge­la­den, die­se Ana­ly­se zu nut­zen, um das Erzäh­len zu ler­nen und sein eige­nes Buch bes­ser zu schreiben.

„A Game of Thrones“ von G. R. R. Martin

Wie macht Geor­ge R.R. Mar­tin Das Lied von Eis und Feu­er so span­nend? Die Erzähl­per­spek­ti­ve spielt dabei eine wich­ti­ge Rol­le. In die­sem Arti­kel wird A Game of Thro­nes, der ers­te Band der Roman­rei­he, unter Zuhil­fe­nah­me der Model­le von Stan­zel und Genet­te ana­ly­siert. Denn man kann von Mar­tin sehr viel über das Erzäh­len lernen.

Das erzähltheoretische Modell von Gérard Genette

Genet­tes erzähl­theo­re­ti­sches Modell ist eine Alter­na­ti­ve zu Stan­zels Typen­kreis, die sich beson­ders im aka­de­mi­schen Bereich durch­ge­setzt hat. Es zeich­net sich vor allem durch eine Tren­nung von Modus (Foka­li­sie­rung) und Stim­me (Zeit, Ebe­ne, homo-/he­te­ro­die­ge­tisch) aus und ermög­licht somit eine fei­ne­re Ana­ly­se des Erzäh­lers. Die­ser Arti­kel ist eine kur­ze Zusammenfassung.

Das typologische Modell der Erzählsituationen von Franz Karl Stanzel

Stan­zels Typen­kreis ist ein klas­si­sches Modell der Erzähl­theo­rie. Der Ich-Erzäh­ler, der aukt­o­ria­le Erzäh­ler und der per­so­na­le Erzäh­ler gehen flie­ßend inein­an­der über und bil­den unzäh­li­ge mög­li­che Zwi­schen­for­men. In die­sem Arti­kel wird die­ses ein­fa­che und für Leser und Autoren glei­cher­ma­ßen nütz­li­che Modell kurz zusammengefasst.