Geschichten besser erzählen: Den richtigen Erzähler finden mit der Erzähltheorie von Genette

Ohne Erzähler gibt es keine Erzählung. Und ein unpassender Erzähler kann selbst die beste Geschichte zerstören. Wenn man ein eigenes Buch schreibt, muss man sich also genau überlegen, welchen Erzähler man wählt. In diesem Artikel erkläre ich, wie ich die Erzähltheorie von Genette (Modus und Stimme) für mich selbst abwandle: Aus einem reinen Analysewerkzeug entstehen vier Fragen, die mir helfen, den richtigen Erzähler für meine Geschichten zu finden.

“Fifty Shades of Grey” von E. L. James

Es ist der Traum eines jeden Autors: Einen Roman schreiben und sofort einen Bestseller landen. E. L. James ist es mit ihrer Fifty Shades-Trilogie durchaus gelungen. Die Bücher sind aus künstlerischer Sicht freilich alles andere als zufriedenstellend. Aber ihr Erfolg bedeutet, dass man von Fifty Shades of Grey auch etwas lernen kann. Zum Beispiel, mit welcher Erzählperspektive man höchst intensiv Gefühle rüberbringen kann …

“Die Nacht von Lissabon” von Erich Maria Remarque

Was kann eigentlich ein Ich-Erzähler? In “Die Nacht von Lissabon” hat Remarque gleich zwei davon ineinander verschachtelt. Weil diese Entscheidung stark mit der zentralen Metapher des Romans verknüpft ist, trägt die Erzählperspektive hier zur Botschaft des Romans bei. Damit gehört Remarque klar zu den Größen, von denen man virtuoses Erzählen lernen kann und muss. Denn besser schreiben lernen tut man am besten, indem man den Meistern über die Schulter schaut …

“Der Herr der Ringe” von J. R. R. Tolkien

Warum fühlt sich Tolkiens Herr der Ringe wie eine richtige Legende an? Die Erzählperspektive spielt hier eine wichtige Rolle. In diesem Artikel analysiere ich die Mutter aller High-Fantasy-Sagas unter Zuhilfenahme der Modelle von Stanzel und Genette. Der geneigte Leser ist herzlich eingeladen, diese Analyse zu nutzen, um das Erzählen zu lernen und sein eigenes Buch besser zu schreiben.

“A Game of Thrones” von G. R. R. Martin

Wie macht George R.R. Martin Das Lied von Eis und Feuer so spannend? Die Erzählperspektive spielt dabei eine wichtige Rolle. In diesem Artikel wird A Game of Thrones, der erste Band der Romanreihe, unter Zuhilfenahme der Modelle von Stanzel und Genette analysiert. Denn man kann von Martin sehr viel über das Erzählen lernen.

Das erzähltheoretische Modell von Gérard Genette

Genettes erzähltheoretisches Modell ist eine Alternative zu Stanzels Typenkreis, die sich besonders im akademischen Bereich durchgesetzt hat. Es zeichnet sich vor allem durch eine Trennung von Modus (Fokalisierung) und Stimme (Zeit, Ebene, homo-/heterodiegetisch) aus und ermöglicht somit eine feinere Analyse des Erzählers. Dieser Artikel ist eine kurze Zusammenfassung.